Beratungsnetzwerk gegen Ideologien
der Ungleichwertigkeit und für demokratische Teilhabe

Ausleihmöglichkeit der Ausstellung „Angsträume – Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen“

Posted: April 4th, 2016 | Author: | Filed under: Allgemein | No Comments »

Am 11.03.2016 wurde im Landeskirchenamt in Erfurt zur Ausstellungseröffnung der Wanderausstellung „Angsträume – Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen“ von ezra geladen. Das Grußwort von Oberkirchenrat Christhard Wagner zur Ausstellungseröffnung finden Sie hier.

Die Opferberatung ezra „steht parteilich an der Seite der Betroffenen und sieht ihre Aufgabe neben der individuellen Beratung auch darin, die Perspektive der Opfer in die gesellschaftliche Auseinandersetzung einzubringen. Wir sind unabhängig von staatlichen Behörden. Unser aufsuchender Arbeitseinasatz ermöglicht auf Wunsch der Betroffenen eine Beratung vor Ort. Die Beratungen sind streng vertraulich, kostenlos und können auf Wunsch anonym stattfinden. Unsere Angebote können unabhängig davon in Anspruch genommen werden, ob eine Anzeige erstattet wurde. ezra ist ein Projekt in Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Der bund evangelischer jugend in mitteldeutschland ist mit der Umsetzung beauftragt. ezra wird im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für „Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit“ und des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ gefördert.“ 

„Die als Wanderausstellung konzipierte Dokumentation basiert auf 15 Fällenrechter Gewalt in Thüringen. Die dokumentierten Fälle ereigneten sich zwischen 2009 und 2011 (mit einer Ausnahme2006). Sie markieren einen Querschnitt verschieden motivierter Angriffe und Formen von rechter Gewalt. Die Tatorte befinden sich in fast allen Regionen Thüringens. Alle Angriffe sind ezra, der mobilen Beratung für Opfer rechter,rassistischer und antisemitischer Gewaltin Thüringen, bekannt und wurden in weiten Teilen auch von ihr bearbeitet.

Das Anliegen der Ausstellung ist es, für die Alltäglichkeit rechter Gewalt zu sensibilisieren. Einige Formen von Gewalt werden dauerhaft, andere subtiler oder bedrohlicher ausgeübt. Das trägt dazu bei, dass viele Fälle keine Öffentlichkeit erfahren. Rechte Gewalt ist häufig alltäglicher und weiter verbreitet, als die öffentliche Darstellung vermuten lässt.

Für die Betroffenen bedeuten Angriffe – in welcher Form auch immer – tiefe Einschnitte in ihr vertrautes Leben. Es entstehen subjektiv wahrgenommene »Angsträume«, die sowohl individuell erlebt werden, sich teilweise aber auch für ganze Gruppen zu einem permanenten Szenario der Bedrohung herausbilden. Besonders schwierig wird es, wenn Menschen aus Motiven der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in der Kneipe, im Supermarkt oder in den eigenen vier Wänden angegriffen werden und die persönliche Lebenswelt so zu einem »Angstraum« wird.“

Die Möglichkeit die Ausstellung auszuleihen, weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie hier.

Quelle: www.ezra.de