Beratungsnetzwerk gegen Ideologien
der Ungleichwertigkeit und für demokratische Teilhabe

Vorurteile gegenüber Geflüchteten durch Kontakte abbauen: Engere Zusammenarbeit im Saale-Holzland-Kreis vereinbart

Posted: September 29th, 2016 | Author: | Filed under: Allgemein | No Comments »

„Hermsdorf, 23. September 2016. Wenn Tina Flesch vom Verein „Ländliche Kerne“ Sätze wie diesen hört, weiß sie, dass sich ihre Arbeit auszahlt: „Mensch, da waren ja Ausländer dabei – und die waren total nett“, wurde ihr nach einem Besuch mit minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen in einem Verein gesagt. Vorurteile durch Kontakte abbauen – das ist einer der erfolgreichen Wege, den der Verein bei der Integration der jungen Geflüchteten beschreitet. Tina Flesch berichtete über die Arbeit mit den minderjährigen Geflüchteten bei einem Runden Tisch: „Integration Jetzt! Und morgen?“, einer Veranstaltung, die gemeinsam von der PARITÄTISCHEN Kreisgruppe des Saale-Holzland-Kreises und „Schau HIN“, dem Beratungsnetzwerk gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit und demokratische Teilhabe in Hermsdorf veranstaltet wurde.

Ziel der Veranstaltung: Die vorhandenen Netzwerke im Saale-Holzland-Kreis besser zu verknüpfen. Denn auf den Saale-Holzland-Kreis, darüber waren sich die Vertreterinnen und Vertreter von Zivilgesellschaft und Politik einig, kommen in den nächsten Monaten neue Herausforderungen zu. Das betrifft beispielsweise den Schulbesuch der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, wenn sie älter als 16 sind und damit nicht mehr unter die Schulpflicht fallen. Auch die Integration der jungen Geflüchteten in das Ausbildungssystem ist ein Thema, bei dem Begleitung dringend notwendig ist. Außerdem richten sich die Politiker im Kreis darauf ein, dass sie demnächst auch Kontingentflüchtlinge aufnehmen. Bisher waren sie wegen der Erstaufnahmestelle in Eisenberg, die jetzt geschlossen ist, von der Aufnahme von Kontingentflüchtlingen befreit.

Die Runde war sich darüber einig, dass die Initiativen, die es im Kreis gibt, noch enger zusammenarbeiten sollten. Dabei kann auch auf die in Jena ansässige Bürgerstiftung oder auch die Initiativen der Kindersprachbrücke zurückgegriffen werden. Auch die Beratungsstellen Mobit und Ezra stehen mit Rat und Tat bei Problemen zur Seite. Angeregt wurde auch ein Runder Tisch von Verwaltung, zivilgesellschaftlichen Akteuren und Jobcenter, der koordinierende Funktionen übernehmen solle und personell „hoch angebunden“ sein sollte.

Derzeit sind im Saale-Holzland-Kreis vor allem minderjährige unbegleitete Flüchtlinge untergebracht, beispielsweise in Schöngleina. Dort sind 17 junge Geflüchtete in Betreuung. Der von einigen Anwohnern dort geforderte Zaun wurde nicht gebaut, was sich nach Angaben der Betreuenden überaus positiv ausgewirkt hat. Der Widerstand sei mittlerweile nur noch gering, die Integrationsarbeit erfolgreich. Es bewähre sich, dass man auf langfristig angelegte Hilfen gesetzt habe, wurde in der Runde berichtet. Insgesamt sind im Saale-Holzland-Kreis derzeit 72 minderjährige Geflüchtete untergebracht. Nach Ansicht der Fraktionsvorsitzenden von SPD und Linkspartei, Perschke und Schurtzmann, ist dringend eine politische Debatte im Kreis über das Thema notwendig.“

Quelle: www.paritaet-th.de/2016/09/23/presse/pressemeldungen/vorurteile-gegenueber-gefluechteten-durch-kontakte-abbauen-engere-zusammenarbeit-im-saale-holzland-kreis-vereinbart

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